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Mathilde Brandis
Heilpraktikerin für Psychotherapie (Heilpraktikergesetz)

Psychotherapie und Beratung in Regensburg                           

Psychotherapie   Beratung



Lösungsorientierte Kurzzeittherapie nach de Shazer

Die lösungsorientierte Kurztherapie, auch lösungsfokussierte Kurzzeittherapie, (engl. Solution Focused Brief Therapy) ist eine spezielle Art der Gesprächstherapie, die von den Psychotherapeuten Steve de Shazer und Insoo Kim Berg 1982 erstmals vorgestellt wurde. 

Sie geht von dem Standpunkt aus, dass es hilfreicher ist, sich auf Wünsche, Ziele, Ressourcen und Ausnahmen vom Problem zu konzentrieren - statt auf Probleme und deren Entstehung.


Lösungsfokussierung bedeutet, die "positiven Unterschiede" zu erkennen und zu verstärken. 

Entwickelt wurde dieser Ansatz von Steve de Shazer und Insoo Kim Berg im 1978 gegründeten Brief Family Therapy Center(BFTC) in Milwaukee/Wisconsin, gemeinsam mit Elam Nunnally, Eve Lipchik, Michele Weiner-Davis, Alex Molnar und Wallace Gingerich.

Inspiriert wurde dieser Ansatz aus den Sprachspielen Ludwig Wittgensteins, aus der Hypnosetherapie nach Milton H. Erickson, sowie aus dem Konstruktivismus bzw. aus der Palo-Alto-Gruppe.


Diese Therapieform wird gestützt durch aktuelle Forschungsergebnisse der Hirnforschung,[3] insbesondere dem Konzept der Neuroplastizität: Diese besagt, dass das Gehirn seine Struktur und seine damit zusammenhängende Funktion laufend verändert - der gemachten Erfahrung also anpasst. So besteht Lernen in der Verstärkung synaptischer Verbindungen zwischen Neuronen.

Das zentral und radikal "Neue" am "Lösungsfokussierten Ansatz" ist das Bekenntnis zur "Einfachheit" ("Simplicity"): 

Um in komplexen Situationen und Systemen erfolgreich zu sein, ist es nicht immer hilfreich, sie modellieren und verstehen zu wollen - hilfreicher ist es oft, unvoreingenommen zu beobachten, was alles wie gewünscht funktioniert, um in kleinen Schritten mehr davon zu tun.


Über die Wirksamkeit des lösungsfokussierten Kurzzeitkonzepts liegen mittlerweile mehrere Meta-Studien vor.

Wallace J. Gingerich und Lance T. Peterson kommen  zum Schluss, dass die vorliegenden Studien einen starken Beleg für die lösungsfokussierte Therapie als effektive Behandlungsmethode für eine große Vielzahl von Verhaltens- und psychologischen Problemen darstellt, wobei sie zusätzlich kürzer und daher weniger kostspielig sein kann als alternative Ansätze.


Lösungsfokussierung behauptet:
  1. positive Veränderungen von komplexen Situationen geschehen in kleinen Schritten;
  2. wenig Information genügt für die Wahl der nächsten Schritte;
  3. "Was macht jetzt schon den Unterschied zwischen besser/schlechter aus?" entscheidet und nicht "wie ist es - wie kam es dazu?";
  4. das konkrete Handeln in kleinen Schritten verdrängt das "theoretisch umfassend Verstehenwollen";
  5. Unterstellung: Alle Beteiligten sind interessiert an positiven Veränderungen.

Die drei Grundprinzipien der Lösungsfokussierung
  1. "Repariere nicht, was nicht kaputt ist!"
  2. "Finde heraus, was gut funktioniert und passt - und tu mehr davon!"
  3. "Wenn etwas trotz vieler Anstrengungen nicht gut genug funktioniert und passt - dann höre damit auf und versuche etwas anderes"

Die sechs Merksätze zur lösungsfokussierten "Einfachheit" ("Simplicity")
  1. Lösungen statt Probleme: "Nicht das Problemverständnis vertiefen, sondern erkunden, wie es ist, wenn es besser ist".
  2. Interaktion statt isolierter Individualität: "Unser Verhalten entwickelt sich in der Interaktion mit anderen. In der Lösungsfokussierten Arbeit wird nicht über Meinungen, Glaubenssätze oder Werte diskutiert, sondern über beobachtbares Handeln".
  3. Beachte und nutze das, was da ist - nicht das Fehlende: "Nicht die Lücke zwischen 'Ist' und 'Soll' ermitteln, sondern das, was - wenn auch nur selten - heute bereits etwas besser ist".
  4. Die Chancen im Gestern, Heute und Morgen sehen: "Chancen in der Zukunft und im Heute zu überlegen, ist ein vertrauter Gedanke. Eher unüblich ist es, auch im 'Gestern' bewusst das zu erkunden, was sich früher bereits als Chance zeigte - um auch das zu nutzen".
  5. Einfache Sprache: "Statt langer, komplizierter, abstrakter und beeindruckend klingender Worte einfache Alltagsworte benutzen".
  6. Jede Situation als speziell sehen - keine schlecht passende allgemeine Theorie darüber stülpen: "Offen und neugierig sich jedes Mal von neuem positiv überraschen lassen".

Die zentrale Voraussetzung jeder Beratung und Therapie ist die Erwartung, dass sich etwas verändern und verbessern kann. 

Lösungsfokussierte Beratung und Therapie glaubt, dass Veränderungsprozesse unvermeidbar sind und sich fortwährend ereignen.

Die Methode unterscheidet sich von anderen Vorgehensweisen durch die Überzeugung des Beraters/Therapeuten, dass bereits eine kleine Veränderung im Verhalten eines einzigen Menschen erhebliche und weitreichende Veränderungen aller übrigen Beteiligten nach sich ziehen kann. Sie konzentriert sich auf die Ausnahmen eines Problems, jene Momente, in denen kleine Veränderungen in der Stabilität eines Problemzustands auftreten. Der Ausbau einer schon vorhandenen Veränderung, so klein sie auch immer sein mag, wird als wichtiger betrachtet als darüber nachzudenken, wie sich falsches Verhalten korrigieren oder verändern lässt.

Die Erforschung des spontanen oder willkürlichen minimalen Auftretens des erwünschten Zielzustands steht im Mittelpunkt der Interventionen. Lösungsfokussierte Beratung/Therapie bedeutet: Die Lösung steht im Mittelpunkt. Das Verfahren zeichnet sich durch das Bemühen aus, persönliche und soziale Fähigkeiten einer Person deutlich zu machen und gemeinsam Lösungen zu konstruieren, d. h., Alternativen zu dysfunktionalen Gedanken-, Gefühls- und Handlungsmustern zu finden.  Ressourcenorientierung meint eine Grundhaltung, die sich nicht an Defiziten, sondern an den Stärken und Kompetenzen der Menschen orientiert.

Lösungsfokussiertes Arbeiten hat zum Ziel, mit den Klienten gemeinsam Perspektiven zu entwickeln, die sie ermutigen, möglichst selbst gefundene Schritte in Richtung ihrer angestrebten Ziele zu gehen. Lösungsfokussierte Kommunikation (LFK) verzichtet weitgehend auf Diagnosestellungen, die sich an Defiziten eines Individuums ausrichten.


Das lösungsfokussierte Modell zählt zu den Kurztherapien, die Ende der 1960er und Anfang der 1970er Jahre immer größere Beachtung fanden. 

In einer Kurztherapie werden die vorgetragenen Probleme, Konflikte, Störungen usw. nicht vertieft exploriert, sondern die beim Klienten vorhandenen Kompetenzen und Ressourcen in den Fokus genommen und alle Möglichkeiten ihrer aktiven Nutzung ausgeschöpft, um möglichst direkt eine Problemlösung zu erzielen. 

Nach de Shazer ist Kürze kein angestrebtes Ziel, sondern eine logische Folge der lösungsfokussierten Intervention. Kurztherapie bedeutet jedoch nicht, dass der Berater schnell vorgehen soll, sondern dass er sich an dem individuellen Klienten orientiert.

Die durchschnittliche Anzahl der Sitzungen liegt zwischen vier und sieben

Die zeitlichen Intervalle zwischen den Sitzungen werden jeweils ausgehandelt und können wenige Tage oder mehrere Monate sein.