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Mathilde Brandis
Heilpraktikerin für Psychotherapie (Heilpraktikergesetz)

Psychotherapie und Beratung in Regensburg                           

Psychotherapie   Beratung

Autogenes Training (AT) bei Angst und Phobie

Angst ist, ebenso wie Schmerz, eine allgemeine, menschliche Erscheinung. Ihr kommt für die Evolution eine wichtige Bedeutung zu. Als Störung kann man das "Zuwenig" und das "Zuviel" an Angst bezeichnen, wobei nur das Übermaß eine klinische Bedeutung hat. Es gibt keinen Menschen, der nicht zu irgendeiner Zeit unter Angst gelitten hat. Diese Erfahrung ist in unserem Zeitalter sicher besonders ausgeprägt. Schon bei Schülern löst der Numerus clausus der Hochschulen schon Jahre vorher Angst aus - mit beträchtlichen Folgen, wie reinem Leistungs- und Zweckdenken, Zerstörung der sozialen Bezüge etc.

Weit häufiger als diese Realängste sind Ängste, die auf psychischen Störungen beruhen, wie Angststörungen, z. B. Panikattacken und Phobien.

Von einer noch als "normal" empfundenen Ängstlichkeit bis zu schwersten Angstzuständen bestehen fließende Übergänge. 


Entstehung und Behandlung der Angst

Autogenes Training (AT) und die Methode, die viel mit dem AT gemeinsam hat - die Verhaltenstherapie (VT)

Die VT fasst Phobien als eine Fehlkonditionierung auf, also als ein unter bestimmten Bedingungen zustande gekommenes Fehlverhalten. Dieser Auffassung liegt die Lerntheorie zugrunde, wonach die Phobien durch meist sich wiederholende Einwirkungen ausgelöst und dann verstärkt, also gelernt werden. Die Verhaltensmodifikation arbeitet mit "positiven Verstärkern", d. h. es werden positive Reize (z. B. Entspannung) angeboten, so kommt es zu einem schrittweisen Abbau der Angst bis sich diese verliert. Die systematische Desensibilisierung kann unter realen Bedingungen vorgenommen werden; oft wird aber mit vorgestellten Angstreizen gearbeitet. Die Verbindung von Vorstellung und Entspannung ist der therapeutisch ausschlaggebende Faktor.


Mehrere gemeinsame Merkmale von AT und Desensibilisierung:

1. Beide benutzen als Basis die Entspannung. Die Auswirkung der Entspannung ist bei beiden Methoden die gleiche: eine Dämpfung oder Aufhebung der Angst.

2. Das Ziel wird in kleinen Schritten erreicht: beim AT durch ein Zurücknehmen und Neubeginnen der Übung, bei der Desensibilisierung zwei Schritte vorwärts, bei Bedarf einer zurück.

3. Je konkreter der Angstreiz ist, umso eher gelingt seine Abwandlung. Beim AT kommt es auf eine möglichst konkrete Zielvorstellung bei der Vorsatzbildung an.


Die Entängstigung berücksichtigt:

1. Die Angst soll nicht "beherrscht", "mit allen Mitteln unterdrückt", "erfolgreich abgewehrt" oder in einem Kraftakt beseitigt werden.

2. Vor dem Umgehen mit der Angst, vor ihrer Lösung, steht die "angstbereite Offenheit" (Heidegger), die Bereitschaft zur Annahme der Angst.

3. Zur Entschärfung der Angst dient wesentlich der Humor. Bei dieser Grundhaltung wirkt sich die autogene Entspannung und als Folge die Auflösung der Angst am nachhaltigsten aus.


In einer  Studie erwies sich das AT für die Behandlung von ambulanten Angstpatienten (überwiegend Panikattacken) als wirksam und auch bei der 3-Monts-Nachuntersuchung im Erfolg stabil (Stetter und Mitarb., 1994).

(Quelle: Dr. med. Bernt Hoffmann, Handbuch Autogenes Training, 19. Auflage 2012, DTV-Verlag)